Heute präsentieren wir Euch ein ganzes Special zum Thema FIFA 08 Motion Capturing mit vielen interessanten Hintergrund-Informationen und zwei tollen, exklusiven Ronaldinho 3D-Rendering Pics.
Die Zeiten, in denen Videospiele im kleinen Kämmerchen entwickelt wurden, sind längst Geschichte. Mittlerweile erreichen Produktionen großer Spiele-Hits annähernd den Umfang von Kinofilmen. Das Resultat kann sich aus dem Blickwinkel des Spielers durchaus sehen lassen. In Sportspielen flimmern nicht mehr Pixelhaufen mit einer Handvoll Bewegungen über den Platz, sondern mit menschlichen Bewegungen ausgestattete 3D-Avatare. Möglich macht dies Motion Capturing, die elektronische Bewegungserfassung.Bereits seit den 90er Jahren eingesetzt, lässt die Technik dank der neuen Spielkonsolen mit ihrer großen Rechenleistung die künstlichen Fußballspieler nun in einer ganz anderen Liga kicken. «Die Bewegungen und Spielzüge werden dadurch noch flüssiger und abwechslungsreicher ablaufen», sagt der Sprecher von Electronic Arts, Nicolas Pothmann. Die Entwickler von Electronic Arts arbeiten derzeit an ihrer neuen Fußballsimulation «FIFA 08», die im Herbst erscheinen soll.
Dank umfangreicher Lizenz des Weltverbandes FIFA besticht die «FIFA»-Serie seit Jahren mit Originalnamen und -mannschaften in Hülle und Fülle. Dank Kooperationen sehen einige Spieler ihren realen Vorbildern zudem sehr ähnlich. Durch Motion Capturing sollen in dem kommenden Spiel «der besondere Laufstil, eigene Tricks oder hervorstechende optische Merkmale von Starspielern aus dem realen Leben klar zu erkennen sein», sagt Pothmann.Dies führt natürlich zu immer größeren Ausmaßen des Entstehungsprozesses. Ende Mai nahmen die Entwickler die Fußballstars Sergio Ramos, Tranquillo Barnetta, Andreas Ivanschitz, Miroslav Klose und Ronaldinho in Barcelona per Motion Capturing auf. An dem Prozess waren 40 Techniker beteiligt, erzählt Motion-Capture-Spezialistin Joann Gaudry von Electronic Arts. Rund um das in einer Sporthalle aufgebaute Kunstrasen-Feld nahmen 54 Spezialkameras die filigranen Bewegungen der Kicker auf.
Dabei tragen die Spieler einen schwarzen Dress, der entfernt einem Taucheranzug ähnelt. Am Körper seien 56 Reflektoren angebracht, erzählt Gaudry. Die Software-Entwickler wollen damit sämtliche Körperbewegungen, individuelle Eigenarten der Spieler und ihren persönlichen Spielstil digitalisieren. Beispielsweise haben die Entwickler auch den berühmten Jubel-Salto von Klose aufgenommen und digitalisiert.
Während Ronaldinho, Klose und Co. auf dem Kunstrasen dribbeln, laufen und schießen, analysiert im Hintergrund parallel eine Bewegungssoftware die Drehungen und Dribblings der Spieler und überträgt diese Bewegungen mit einer minimalen Verzögerung auf virtuelle Spielfiguren. Spielt der reale Ronaldinho unten auf dem Feld mit dem Ball eng am Fuß einen Statisten aus, tut es ihm sein virtuelles Alter Ego auf beeindruckende Weise gleich.Der vor allem für seine Sportserien bekannte Hersteller Electronic Arts setze das Motion Capturing seit zehn Jahren ein, sagt Gaudry. Sie arbeitet seit zwei Jahren für das Motion-Capture-Team von EA. «Wir können und haben die Technik in einigen Fällen auch für die Bewegungen des Balles eingesetzt.» Meistens werde die Flugbahn aber in Echtzeit von der Spiel-Engine berechnet.
Trotz aller Berechnungen entscheiden in den Videospielen immer noch die Aktionen des Spielers am Gamepad über Sieg oder Niederlage. Zwar kennen auch die virtuellen Kicker im zunehmenden Spielverlauf einen berechneten Müdigkeitsfaktor. Zumindest Ronaldinho ist von seinem Alter Ego überzeugt. Der Ronaldinho im Spiel sei besser als er, sagt der brasilianische Nationalspieler. Klose sieht das trotz aller Verbesserungen der Spiele anders: «In der Normalität bin ich glaube ich besser.»
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